Mein Lieblingsort: Helikopterpilot Denis Koch

Mein Lieblingsort: Helikopterpilot Denis Koch

Freizeit, Hobby, Sport - Besser Leben in Thüringen
Wunderschön abgehoben.

Ein Rundflug über Berge, Täler, Flüsse und weite Ebenen.

Langsam drehen sich die Rotorblätter. Das Einsteigen in den Robinson R44 Raven II ist leichter als gedacht. Der Rundumblick aus den bequemen Sitzen scheint vielversprechend. Kopfhörer auf. „In der Fliegerei sind wir per Du“, ertönt es in meinem Ohr. Und so wird aus Herrn Koch, dem Fluglehrer, Denis. „In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen“, sang die Band “Wir Sind Helden”, und nun spüre ich, was sie damit auch gemeint haben könnten. Das pure Glücksgefühl beim Abheben zum Helikopterflug über Thüringen. Blut rauscht durch die Adern. Meinen Puls spüre ich im Hals. Nicht zu vergleichen mit dem Starten eines Flugzeugs. Eine berauschende Mischung aus sanft und energisch ist der Start. Die Spitze des Helis senkt sich nach unten, eröffnet einen atemberaubenden Blick über den Stausee Großbrembach. Der Intercity von Erfurt nach Leipzig rauscht unter uns hinweg und wirkt nicht viel größer als eine Modelleisenbahn. Weit öffnet sich der Blick über das Thüringer Becken. Felder, Wiesen, Seen, kleine Wälder und sogar die unzähligen Windräder sehen auf die Distanz sympathisch aus.

Der Blick von oben auf das Kyffhäuserdenkmal.

Seit 15 Jahren ist Denis Koch Privatpilot und Fluglehrer für Helikopter. Nur zu gut kennt er Thüringen von oben. Sein Team aus Berufspiloten ermöglichte bereits unzählige Rundflüge mit einmaligen Aussichten. „Fürs Helikopterfliegen ist Thüringen einfach genial. Diese Vielfalt der Landschaft hier ist einmalig. Lediglich die Wartburg und den Truppenübungsplatz in Ohrdruf darf man nicht überfliegen. Natürlich fragen die meisten Fluggäste beim Helikopterflug über Thüringen, die klassischen Rundflüge über Erfurt und Weimar an. Ich empfehle aber auch gerne andere Routen“, so der 43-Jährige. Sein besonderer Tipp ist ein Gourmetflug ins Spa & Golf Resort Weimarer Land. Dort kann der Helikopterflug über Thüringen kulinarisch unterbrochen werden. „Zurück, an der Saale entlang, Richtung Nebra und Thüringer Becken – über unbewohntem Gebiet kann ich auch mal auf 150 Meter sinken. Das ist ein einmaliges Erlebnis.“

Helikopterpilot Denis Koch.

Zwischen April und Oktober ist Hochsaison für einen Helikopterflug über Thüringen, wenn das Wetter stabil ist. Fünf Mitarbeiter und bis zu 15 Freelancer unterstützen ihn beim Betrieb der sieben Hubschrauber seiner Flotte. Alle 50 Flugstunden ist eine Inspektion notwendig, der Check vor jedem Start ist selbstverständlich. „Helikopterfliegen ist sicher“, weiß Denis Koch und er ergänzt, dass die Auflagen im Land sehr streng sind. Der gelernte Kfz-Meisterentschied sich, sein Transportunternehmen mit Kfz-Werkstatt, Baggerbetrieb und Baustoffhandel um die Fliegerei zu erweitern. „Die Anschaffung meines ersten Helis war ein ganz schönes Risiko, immerhin kostet ein Helikopter so viel wie drei Lkw, aber ich habe es nie bereut. Mein Kerngeschäft ist heute die Flugschule, ich biete aber auch Foto-und-Film-Flüge an, organisiere Event-, Inspektions-, Schnupper- und Firmenflüge“, so der gebürtige Thüringer und ergänzt: „Meine Highlights sind dabei die Begleitung von Rallyeveranstaltungen, Rettungs- und Presseflüge. Und auch so mancher Promi saß schon neben mir und ließ sich vor und nach dem Konzert direkt zum nächsten Ziel fliegen.“

Sanft setzt der Helikopter in Großbrembach wieder auf. Noch lange drehen die Rotoren nach. Es brauchte nur wenige Augenblicke, um meine Leidenschaft fürs Fliegen wieder zu entdecken. Und um die Gewissheit zu erlangen, bald wiedereinzusteigen. Es vielleicht eines Tages selber zu wagen und das Steuer zu übernehmen … Denn Thüringen von oben offenbart Weitblicke, bei denen sich das Herz öffnet. Mit Abstand betrachtet erscheint vieles leichter, manches unbedeutender und das Wenige, das wichtig ist, wird klarer. Eine Erfahrung, die auf dem Boden der Tatsachen nachhallt. Noch lange.