Liebhaberfahrzeuge in Erfurt

Liebhaberfahrzeuge in Erfurt

Mobilität - Besser Leben in Thüringen

Ein Zuhause für Liebhaberfahrzeuge in Erfurt.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

Eigentlich wollte er Schrauber werden. Daraus wurde nichts – er aber ein angesehener Mediziner. Das Faible für Autos blieb. Uferte aus, wurde grenzüberschreitend, weil es Dritte mobilisierte. Klaus Apel hat deshalb inzwischen mehr als ein Mobil. Die meisten gehören ihm nicht. Nicht alle sind brandneu. Der gebürtige Thüringer betreibt mit seiner Frau Anke die „Klassikergarage Erfurt“.

Liebhaberfahrzeuge in ErfurtGewerbegebiet Elxleben. Im eleganten Grau reckt sich eine der Hallen gen himmlische Juni-Bläue. Eher zurückhaltend, der Namenszug und Hinweis auf deren Funktion und Innenleben. Doch ist’s nicht so, dass wirklich große Karrieren in Garagen starteten? Indes, Apels waren schon erfolgreich, bevor sie sich die ihre bauten. Dass die mehr als eine Nummer größer als üblich ausfiel, wäre sonst auch nicht möglich gewesen. Die Bausumme ist bei solchen Projekten kein Betrag, der aus der Portokasse gezahlt wird.

Zudem hätte für Apels Fahrzeugflotte auch eine bescheidenere Remise genügt. Doch selbst die Suche nach Obdach für die frühreifen Liebhaberfahrzeuge in Erfurt – darunter eine Mercedes  G-Klasse, Baujahr 1988, und ein 190er, der 1991 erstmals Auslauf bekam – gestaltete sich langwierig. Eine Erfahrung, die er mit Bekannten teilte. Und die ihn inspirierte. „Warum nicht selbst was bauen und warum nicht gleich größer?“ So dachte sich der Mann, Jahrgang 1967, und hatte eine Zielgruppe im Visier: Leute, die vor allem Spaß an entspannter automobiler Fortbewegung haben. Zeitgenossen, die sich nicht über Marke, Marktwert und Motorisierung ihrer Karossen definieren. Nicht nur ölverschmierte Schrauber, die Benzingespräche führen. Sondern auch jene, die sich Geselligkeit, Genuss und Gelassenheit gönnen.

12 Stellplätze auf 500 Quadratmetern

Liebhaberfahrzeuge in ErfurtSo wie es die beiden Mediziner tun, die nicht nur beruflich eng verbandelt sind. Auch nach 23 Jahren Ehe genießen sie immer noch gern und ausgiebig gemeinsame (Frei-)Zeit: Etwa dann, wenn Klaus seinem CE 230er einen Ausflug auf den Erfurter Domplatz gönnt. 500 Quadratmeter hat die Halle. Zwölf Stellplätze bietet sie. Wenige davon sind noch frei. Nicht Abrahams Schoß sichert die Schätzchen. Das übernimmt eine unauffällige, aber höchste effiziente Elektronik. Der hintere Teil der Halle birgt auf zwei Etagen und etwa 200 Quadratmetern die Eventlocation. Im Obergeschoss – eine Showküche, die kompakt und komplett ausgestattet ist. So können sich Hobbyköche nach Gusto austoben. Und selbst Profis fehlt es an nichts.

Nun finden sich hier nicht nur Besitzer der Liebhaberfahrzeuge in Erfurt und ihre Freunde zu ihrem Vergnügen ein. Auch Menschen ohne Motordroschke dürfen das. Gemeinsam entspannt Zeit als Quell der Lebensfreude zu verbringen, ist halt nicht an PS gebunden und Apels sind irgendwie auch viel zu gerne Gastgeber: Familienfeiern gab es hier, Kochevents und selbst Seminare unterschiedlicher Firmensparten. Und jeder, der deshalb herkam, hatte gleich den vollen Durchblick, was Apels ursprüngliches Anliegen war: Glaswände auf beiden Etagen erlauben eine „PS-Peepshow“, wie Klaus eine amüsante Parallele zieht. Wie bei der anderen ist nämlich auch hier nur gucken erlaubt. Anfassen gibt’s nicht.
Apels betreiben diese behausten Parkplätze mit integrierter Partymeile mit viel Lust und detailverliebt. Und das neben ihrem Tagesgeschäft. Die „Klassikergarage“ darf – nein, sie muss sogar – Gewinn abwerfen. Schließlich ist das Projekt kreditiert, schlagen Ausgaben zu Buche.

Verrückte Ideen im Kopf

Einem Erfurter Finanzamtsmann schien Apels Elxlebener Engagement vor einiger Zeit nicht ganz koscher zu sein. Er zieh die beiden Ärzte der Liebhaberei. Nach zwei Jahren Betrieb schlug für die Autoimmobilie samt Eventlocation erstmals ein bescheidener Überschuss zu Buche. Ob das jenen Finanzbeamten ruhig stellen wird?
Klaus Apel macht sich darum ganz gewiss keinen Kopf – so wie er pointiert diese Posse zum Besten gibt. Ihm schwirren hingegen schon wieder die nächsten verrückten Ideen durch den Kopf. Als er das beiläufig erwähnt, lächelt seine Anke still und leise. Weil sie ganz genau weiß, dass Apels ausgleichender Algorithmus auch hier wieder bestens funktionieren wird. Getreu dem Motto: Kommt Zeit, kommt Ankes Rat. Der verhilft Klaus dann – wie schon in allen Fällen zuvor – zu einem absturzfreien Abgang aus seinen Wolkenkuckucksheimen zurück auf den Boden der Realität. Und dass diese Realität dann nicht hart und uncharmant sein muss, beweist die „Klassikergarage“ par excellence.

Auf dem Messegelände Erfurt findet übrigens vom 28. bis 30. September 2018 die Youngtimer-Expo, Deutschlands neue Messe für Youngtimer und junge Exoten, statt. Dort kann noch viele andere Liebhaberfahrzeuge in Erfurt sehen!

Text: Rainer Aschenbrenner