VDB-Uhren Erfurt

VDB-Uhren Erfurt

Mode und Accesoires - Besser Leben in Thüringen

Stephan Obst fertigt in Erfurt seine exklusiven VDB-Uhren. Auch Johnny Depp zählt bald zu den glücklichen Besitzern seiner „Einsatzzeitmesser“.

„Der tickt doch nicht richtig!“

“Der tickt doch nicht richtig!‘– Genau, das haben alle gesagt, denen ich vor elf Jahren von meiner Idee erzählte. Ich glaube, so richtig hat niemand verstanden, was ich da vorhatte“, erzählt Stephan Obst, der vor elf Jahren eine Military-Uhr bauen wollte. Also kündigte er seinen Job, verkaufte sein Auto und ging in den Keller eines Mietshauses. Mit einem klaren Ziel vor Augen: „Eine mechanische Uhr. Eine Kombination aus hoher Handwerkskunst, einzigartigem Design und unverwüstlicher Robustheit. So wie die Einsatzzeitmesser, die von Spezialeinheiten des Militärs in den 1940er-Jahren genutzt wurden“, erläutert Obst und ergänzt: „Unverwüstlich, stabil und groß sollte sie werden. Aber auch sehr zuverlässig, wasserdicht und lesbar bei schlechtem Licht.“
Seine Leidenschaft für Präzision hatte der 46-jährige gelernte Feinmechaniker bereits in der Vergangenheit bewiesen: „Schon in der Schulzeit reparierte ich die Uhr meines Sportlehrers. Und ich modifizierte ein Rennrad zu einem der leichtesten der Welt – Vera Hohlfeld wurde damit bei Olympia 1996 in Atlanta Vierte.“

VDB-UhrenLeidenschaft mit drei Buchstaben

Aber einen Traum zu leben und dabei viel zu riskieren – dies ist eine andere Hausnummer. Dafür brauchte es Dickköpfigkeit und viel Selbstvertrauen. Auch die Kraft, Widersachern kein Gehör zu schenken. Mut und Ausdauer für ein Projekt, das nur eine winzige Nische auf dem Weltmarkt bedient. Stundenlang entwarf, drehte, feilte und schraubte Stephan Obst in seiner Kellerwerkstatt. Vergaß Zeit und Raum. So wie er es noch heute schafft, wenn ihn etwas fesselt. Er steckte seine ganze Energie in die VDB I., die 2007 nach 18 Monaten Bauzeit mit 150 Stück in Kleinserie ging. Hochgelobt, belächelt und harsch kritisiert wurde das außergewöhnliche Design.

VDB steht hier für „Vintage“, „Daily“und „Beater“. Die Philosophie und Grundidee einer Leidenschaft – zusammengefasst in drei Buchstaben. Vintage sind die historischen Uhrwerke, die sich im Inneren verbergen. Hinter grundsolidem Handwerk und einem Design, das sich an den besten Uhren der Welt für Flieger und Taucher orientiert. „Daily“ und „Beater“ stehen für die Rückbesinnung auf Tradition in Verbindung mit echter Handarbeit.

„Die strenge Limitierung der Auflagen schafft Begehrlichkeiten“, meint Stephan Obst. Jährlich bringt VDB eine neue Serie auf den Markt. Um die 150 Stück gehen für etwa 1200 Euro über den Ladentisch. Dann ist Schluss. Jedes noch so attraktive Angebot einer Neuauflage lehnt Obst ab, aus einem einleuchtenden Grund: „Gehen Sie mal in einer deutschen Stadt einkaufen. Überall sehen Sie die gleichen Marken. Diesem uniformen Angebot wollte ich etwas entgegensetzen.“ Die „Custom made“-Serie schafft mit jährlich 10 bis 15 Stück noch mehr Exklusivität. Und für echte VDB-Liebhaber gibt es als Königsklasse Einzelstücke. Form, Farbe, Uhrwerk, Zeiger und Armband werden nach Kundenwunsch entworfen und gebaut.

VDB-UhrenEinfach in Ruhe Uhren bauen

Perfektionistisch und mit viel Liebe zum Detail tüftelt der Chef der VDB-Uhren dann am Design und Materialmix, um der Uhr eine persönliche Note zu geben. Genau das, was Prominente wie Stefan Effenberg, Rammsteins Till Lindemann, die Jungs von KISS, Ralf Möller und Sophia Thomalla schätzen und mit bis zu 20 000 Euro honorieren. Qualität hat eben ihren Preis, spricht sich aber auch herum. Bis zu Johnny Depp, der eine der VDB-Uhren am Handgelenk von Till Lindemann entdeckte – und orderte.

Obst mag eigentlich einfach nur in Ruhe seine Uhren bauen. Arbeitet dafür eng mit einem renommierten Uhrmacher zusammen und bezieht die Lederarmbänder aus einer Thüringer Manufaktur. Kann Stunden, sogar Tage in Gedanken versinken, grübelt über Design und Materialmix. Ist dabei selbstkritisch, impulsiv, kreativ, mit sich unzufrieden und quält sich. Und hätte das alles überhaupt nicht nötig, denn seine VDB-Uhren, hergestellt in Erfurt, finden mittlerweile Käufer auf jedem Kontinent und werden in renommierten Uhrenmagazinen vorgestellt.

Text: Livia Schilling